Erklärungsversuch

... zur Homöopathie

[Anfang Teil I]

Über die Homöopathie gibt es viel zu sagen. Hier soll gar nicht erst der Versuch gemacht werden eine Abhandlung zur Homöopathie zu schreiben.
Vielmehr will ich versuchen ein wenig Licht in die praktische Anwendung der homöopathischen Therapie zu bringen. Mir scheint es wichtig verständlich zu machen wie die Homöopathie funktioniert. Nur so wird es möglich mit den homöopathischen Mitteln effektiv zu behandeln.
Ganz frei, werde ich mich am Organon entlang hangeln, mir m. E. wichtige Paragraphen  herausnehmen und mit eigenen Worten umschreiben.

Hahnemann hat sich recht intensiv mit der Medizin und auch den Menschen die sie ausüben beschäftigt. So verwundert es mich nicht, wenn einige seiner "Paragraphen", im " Organon der Heilkunst ", zur Anwendung der Homöopathie auch aus der heutigen Zeit stammen könnten.

Im Paragraphen 1 schreibt Hahnemann z.B. das es das höchste und einzige für einen Arzt sein muss, kranke Menschen gesund zu machen. Der Arzt, soll nicht nach Ruhm streben und keine Hypothesen über das Leben selbst anstellen. Hahnemann fordert die Ärzte auf, endlich zu handeln, wirklich zu helfen und zu heilen.
Das, wohlgemerkt, schrieb er in der ersten Auflage des Organon, 1810.

Schon im zweiten Paragraphen wird die Diskussion schwierig.
Gemeint ist die Diskussion der Allopathen mit den Homöopathen.
Denn Hahnemann schreibt, das nicht nur das höchste Ideal der Heilung, eine schnelle, sanfte und dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit darstellt. Sondern das eben der Grund für die Krankheit behandelt werden soll. Dies nehmen sicherlich beide der Heilrichtungen für sich in Anspruch. An einem kleinen Beispiel soll jedoch der Unterschied in der Herangehensweise verdeutlicht werden.

Bei Kopfschmerzen behandelt die Allopathie in der Regel den Schmerz (Aspirin etc.). Die Homöopathie sucht den Grund für den Schmerz, auch dann wenn es sich nicht um einen Tumor, ein Augenleiden oder Nackenverspannungen handelt (was ja mittlerweile in der Allopathie berücksichtig wird).
In der Homöopathie versucht man immer die Zusammenhänge im Körper zu sehen. Zum Beispiel wird Kopfschmerz auch durch Leber- oder Nierenprobleme hervorgerufen.
Wir alle kennen wohl den "Kater" nach einem feucht-fröhlichem Abend. Behandelt man in diesem Fall die Leber, wird der Schmerz unnötig und braucht nicht mehr mit Schmerzmitteln unterdrückt zu werden.
Hinter "der Schmerz wird unnötig" steht der Gedanke, dass uns der Körper Hinweise auf seinen Zustand gibt, damit wir erkennen können was wir falsch machen. Ein Kopfschmerz ist also nicht nur hinderlich und ärgerlich , sondern ein Anzeichen für eine Störung im Körper. Das Problem ist also nicht der Schmerz selbst, sondern das, was ihn auslöst. Im Falle des Kopfschmerzes ist das eben nicht unbedingt der Kopf.

Im Paragraphen sieben, spricht Hahnemann den gesunden Menschenverstand an.
Jedem ist hoffentlich klar, das ein Splitter herausgezogen werden muss. Erst dann kann man herangehen und mit geeigneter homöopathischer Arznei eine Entzündung verhindern und die Wundheilung beschleunigen.

Hahnemann schreibt in fast unverständlichen Sätzen weiter. Wenn kein "Splitter" erkennbar ist, sind es einzig die Symptome die die Krankheit erkennbar machen und diese sind es, die in der Gesamtheit beachtet werden müssen.

Zur Erklärung:
Homöopathische Mittel werden durch Arzneimittelprüfungen gefunden. Das heißt im Groben, es wird gesunden Menschen ein Mittel verabreicht und die auftretenden Symptome werden protokolliert und kategorisiert.
Hahnemann meint nun, dass man die Symptome des Kranken mit den so gefunden Arzneimittelbildern vergleichen soll um ein möglichst ähnlich wirkendes Mittel zu finden um so die Gesamtheit der Krankheit zu behandeln.

Um die Wirkungsweise der Homöopathie zu erklären, stellte Hahnemann heraus, dass der materielle Organismus, also unser Körper, ohne die Lebenskraft keiner Tätigkeit, Empfindung oder der Selbsterhaltung fähig sei. Ohne die Lebenskraft verfault unser Körper und zerfällt.

Dies macht deutlich, dass nur die Lebenskraft es uns ermöglicht zu Empfinden. Also, so schreibt Hahnemann im Paragraphen 11, kann es nur die verstimmte Lebenskraft sein, die uns Missempfindungen zukommen lässt, die wir Krankheiten nennen.
Er untermauert dieses mit dem Beispiel des Brechreizes auf Grund eines ekligen Anblickes. Hierbei ist ja kein materielles Brechmittel in den Magen gelangt, sondern lediglich die Einbildungskraft hat den Brechreiz ausgelöst.
Dadurch versucht er herauszustellen, dass die Lebenskraft ihre Verstimmung nur durch Symptome erkennbar machen kann. Wir erleben die Verstimmung der Lebenskraft also als Krankheit.
Genauso, beschreibt Hahnemann die geistartige Kraft der homöopathischen Arzneien, als nur durch ihre Wirkung im Körper erkennbar.
Man kann in höheren Potenzen den homöopathischen Arzneien oft keine Moleküle des Ursubstanz mehr feststellen. Allopathen führen dies immer wieder als Begründung zur Unwirksamkeit der Homöopathie als an. Hahnemann sagt eben, dass er nicht sagen kann warum in einem Menschen Leben ist, wie er nicht sagen kann warum die "nur noch" geistartigen homöopathischen Mittel wirksam sind. Das es so ist, hat er aber differenziert beobachtet.

linie2Eine Möglichkeit die Wirkung der Homöopathie zu verdeutlichen, ist das Model der Linie.
Die Linie im linken Kreis soll unsere Lebenskraft darstellen. Sind wir gesund und ausgeglichen ist es eine gerade Linie.
Sind wir krank, ist also unsere Lebenskraft verstimmt, ist die Linie gebogen wie im rechten Kreis zu sehen.
Mann muss nun eine Kraft gegen diese Verstimmung setzen, die an den Punkten der Linie drückt, an denen Sie gebogen ist.
Wenn man also über die Symptome, die der Körper zeigt, in der Lage ist, die verbogene Linie möglichst genau zu beschreiben, sollte man auch in der Lage sein eine homöopathische Arznei zu finden, die mit ihrer geistartigen Kraft an den richtigen Punkte drückt um den Patienten wieder gesund zu machen.

[Ende Teil I]

 

Erklärungen

Organon

Das "Organon der Heilkunst" ist das Grundlagenwerk für den Homöopathen. Hahnemann selbst schrieb die erste Ausgabe unter dem Titel "Organon der rationellen Heilkunst" 1810.
Im heutigen Organon findet man eine einfacher zu lesende Schrift zur Homöopathie, die die Grundlagen erklärt und so zum Muss für jeden angehenden Homöopathen zählt.
Leider ist auch die stilistisch überarbeitete Fassung, zur Zeit in der 8. Auflage (1992) nicht sehr gut verständlich und oft muss man die Paragraphen einige male lesen um ein Verständnis zu entwickeln.

 

Allopathie

Hahnemann bezeichnete die "Schulmedizin", also die heutige Medizin, als Allopathie.

 

Lebenskraft

Die Lebenskraft ist für uns nicht wirklich fassbar. Man kann sie nicht messen, man kann sie nicht sehen, riechen oder sonst wie wahrnehmen. Aber das sie in uns ist, merken wir schon allein daran, weil ein Haufen Wasser, Eiweiße, Mineralien und Fette nur eine unansehnliche Masse geben, die selben Bestandteile einem Menschen aber als Körper dienen.

 

geistartige Kraft der homöopathischen Arznei

Als geistartig beschreibt Hahnemann die Kraft der Arzneien, wegen der Potenzierung und Verdünnung.

 

Potenzierung

Hier sollte angemerkt werden, das die Potenzierung nicht einfach in der Verdünnung der Medikamente liegt. Für eine D1 wird ein Tropfen des Medikaments mit 10 Tropfen Alkohol vermischt und anschließend verschüttelt. (Ursprünglich wurde ein Glaskolben mit der Verdünnung 10 mal auf einen Lederballen geschlagen.) Hahnemann ging davon aus, dass eben dieses Verschütteln (dynamisieren) die Kraft der homöopathischen Mittel bedeutet. Bei der Herstellung einer D2 wird nicht einfach 1 Tropfen der Urtinktur in 100 Tropfen gegeben, sondern ein Tropfen der D1 wird in 10 Tropfen Alkohol und diese Lösung entsprechend wieder verschüttelt. Eine D2 entspricht dann zwar auch einer Verdünnung von 1:100 aber ohne das Verschütteln (also die Dynamisierung) wäre es nur eine Verdünnung und keine Potenzierung wie es in der Homöopathie notwendig ist.
Abschließend ist zu den Potenzen noch zu ergänzen, das es neben den D (1 Tropfen in 10), auch C (1 Tropfen in 100) und LM (1 Tropfen in 50.000) Potenzen gibt.

 

Arzneimittelprüfung

Wie schon beschrieben, ist eine Arzneimittelprüfung der Weg die Wirkung eines homöopathischen Mittels zu beschreiben bzw. herauszufinden. In klinischen Studien werden den Probanten (also gesunden Menschen) die Mittel verabreicht und die auftretenden Symptome werden protokolliert und kategorisiert.
Die auftretenden Symptome verschwinden übrigens sofort nach Absetzen des Mittels wieder, da die Homöopathie lediglich eine Reiztherapie ist und nicht substituiert. Wenn Sie bei einer homöopathischen Behandlung, mal ein falsches Mittel nehmen, wird es Ihnen genauso gehen. Ihr Körper produziert Symptome die Sie vorher nicht hatten. Nach dem Absetzen des Mittels verschwinden diese aber schnell wieder.
Eine andere zu Beschreibende Besonderheit der Homöopathie, ist die Erstverschlimmerung. Bitte lesen Sie hier.

 

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Letzte Änderung: Sonntag, 12. Februar 2017 , (c) M. Schebsdat, Naturheil - WEB